Antwort des Umweltbundesamt

Unter den vielen Behörden die die Vereine der WG Dümmer angeschrieben haben, war auch das Umweltbundesamt im Berlin.

Dieses reagierte auf eine Anfrage des 1. Vorsitzenden der Seglervereinigung Hüde e.V., Uwe Fischer, indem dieser einen „Notruf vom Dümmer“ formuliert hat:
Anbei das Anschreiben der Seglervereinigung Hüde ==>>

 

Und hier die  Stellungnahme des Bundesumweltamts:

Sehr geehrter Herr Fischer,

danke für Ihre Anfrage.

Die Überwachung der Gewässergüte von Seen und das Ergreifen von erforderlichen Sanierungsmaßnahmen obliegen den Bundesländern.

Der Bund hat seine Verpflichtungen zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie durch die Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes erfüllt. Wir als Umweltbundesamt setzen uns darüber hinaus in vielen Gremien und durch die Verbreitung von Informationen (siehe Broschüre „Auf dem Weg zu guten Gewässern“; http://www.uba.de/uba-info-medien/4012.html ) für eine anspruchsvolle Gewässerschutzpolitik ein. Für den Vollzug einzelner Vorschriften vor Ort haben wir jedoch keinerlei Befugnisse und können deshalb konkret zu den am Dümmer erforderlichen Maßnahmen keine Auskunft geben.

Für den Dümmer ist der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz  (NLWKN) verantwortlich.

NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

An der Scharlake 39, 31135 Hildesheim

Grundsätzlich geben wir folgendes zu bedenken: Der Dümmer ist wie viele andere Flachseen im Norddeutschen Tiefland einer hohen Nährstoffbelastung ausgesetzt, die Blaualgenblüten zur Folge hat. Ursachen sind Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und kommunale Abwässer. Das Hauptproblem sind dabei die Abschwemmungen von überdüngten Böden. Im Gegensatz zu unseren Flüssen, werden bei Seen die in das Gewässer eingetragenen Nährstoffe am Gewässerboden, d.h. im Sediment gespeichert. Unter bestimmten Bedingungen können sie dann wieder freigesetzt werden und stehen den Algen als Nahrung wieder zur Verfügung. Daher reagieren Seen auf eine Reduzierung der Nährstoffeinträge nur sehr langsam, d.h. die angestrebte Verringerung des Algenwachstums stellt sich oftmals erst spät nach einer Reduzierung der Nährstoffeinträge ein und ein Sanierungserfolg ist oft erst nach Jahren zu dokumentieren. Innerhalb eines Sanierungskonzeptes empfehlen wir zuerst alle „externen“ Nährstoffquellen soweit wie möglich zu reduzieren. Dazu gehört: weitergehende Nährstofffällung in allen Kläranlagen einzuführen, ggf. Abwasserringleitungen um Seen zu bauen und vor allem Erosionsschutz und Verminderung der Düngung auf das pflanzenerforderliche Maß. Erst nach allen externen Maßnahmen lohnt es sich, die Sedimente zu entfernen oder Fällmittel im See anzuwenden. Diese seeinternen Maßnahmen sind teuer und haben ökologische Risiken.

Der Dümmer ist nicht nur für Erholungssuchende, Segler und Naturliebhaber von Bedeutung sondern auch ein international bedeutsames Gebiete für Zug- und Rastvögel. Daher ist Ihre Sorge um den ökologischen Zustands des Sees berechtigt und Ihre Bemühungen zur Verbesserungen des Seezustandes verdienen Anerkennung.

Wir hoffen, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag

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Uwe Kind

Z 8 / Bürgerservice, Besucherdienst, Veranstaltungen

Umweltbundesamt, Wörlitzer Platz 1, D-06844 Dessau-Roßlau

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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Ein Kommentar
  1. C. Kosanetzky sagt:

    Ein konkrete und korrekte Darstellung des UBA! Ich denke, wir sollten sie als Bestätigung von höchster Stelle sehen. Viel knapper kann man den Zusammenhang nicht auf den Punkt bringen!

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