Aufruf zur Teilnahme am Dümmer Dreieck

Die Wettfahrtgemeinschaft Dümmer und die Interessengemeinschaft Dümmer rufen wieder alle Wassersportler und am Dümmer interessierten zur „Demonstration“ im Rahmen des Dümmer Dreiecks 2012 auf

Hier der Aufruf des 1. Vorsitzenden der WG, Wilhelm Beckmann.

Aufruf an alle Seglerinnen und Segler!

Der Wettergott und Rasmus meinen es gut mit uns, die Temperaturen steigen auf frühherbstliche
Grade und werden uns am Sonnabend, dem 20. Oktober 2012, wenn alles nach den Prognosen
verläuft, ein herrliches Segelwetter für unsere Abschlussveranstaltung, das Dümmerdreieck bie-
ten.

Ich rufe daher alles segelnde Volk auf, sich an unserer Aktion zum Saisonabschluss zu beteiligen.
Wer kein Schiff mehr im Wasser hat, mag sich an einer der anzusegelnden Häfen kenntlich ma-
chen, er wird sicherlich von anderen Seglern mitgenommen werden.

Wir wollen wieder einmal demonstrieren, dass wir unseren Dümmer brauchen, aber wir brauchen
ihn in einer Form, der dem Segeln als Naturerlebnis entspricht: ohne Blaualgenplage, ohne
Zuckmückenschwärme, ohne Fischsterben. Dies zu demonstrieren, ist das Dümmerdreieck für
alle Seglerinnen und Segler eine einmalige Gelegenheit!

Die Veranstaltung beginnt um 14.00 Uhr mit dem Start in Lembruch, wir segeln als Armada nach
Hüde, holen dort um ca. 14.30 Uhr die Segler ab und segeln nach Westen! In Dümmerlohausen
treffen wir auf die dortigen Segler um ca. 15.00 Uhr, segeln weiter nach Osten und treffen uns
um ca. 15.30 beim SCD (Segler-Club Dümmer) vor dem Clubhaus. Wie immer gibt es dort Frei-
getränke und eine Suppe (gegen Entgelt).
Ich werde über den aktuellen Stand aus dem Dümmer- Beirat berichten, auch über die vielfältigen
Ideen, die den Dümmerseglern bei den Plagen dieses Jahres gekommen sind und welche Ideen
der Beirat verfolgen wird. Wir Segler haben im vergangenen Jahr durch all unsere Aktionen, viel-
fach auch durch die Schreiben, Aufrufe und Mail-Verkehr und facebook, aber auch durch die
Seite „Rettet den Dümmer“ einen erheblichen Anteil, dass der Dümmer-Beirat eingerichtet wor-
den ist. 7 Mal hat er bislang getagt, die Ergebnisse stehen im Netz, aber vieles kann und werde
ich berichten. Vorab – wir sind auf einem guten, wie ich finde, richtigen Weg, aber wir dürfen
jetzt auf keinen Fall nachlassen in unseren Bemühungen um die Sanierung des Dümmer. Je mehr
sich alle beteiligen, desto besser für den See. Kneifen gilt nicht!

Im Anschluss an unsere Veranstaltung gibt es ab 19.00 Uhr in der „Strandlust“ eine Diskussions-
veranstaltung mit Parteivertretern des niedersachsischen Landtags. Da im Januar 2013 Landtags-
wahlen sind, werden jetzt die Weichen gestellt, wie die für die Dümmersanierung benötigten Gel-
der eingeplant werden. Wir erwarten von den Parteivertretern klare Bekenntnisse zur Dümmer-
sanierung und auch dazu, die erforderlichen Geldbeträge im Landtag zu bewilligen.

Also – auf zum See!

Mit Seglergruß
Wilhelm Beckmann

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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Ein Kommentar
  1. SCED sagt:

    http://www.nw-news.de/owl/7190262_Der_lange_Kampf_um_den_Duemmer_See.html

    26.10.2012 Der lange Kampf um den Dümmer See
    (NEUE WESTFÄLISCHE)

    Seit vielen Jahren machen Blaualgen dem Gewässer zu schaffen / Nutzer aus OWL zeigen sich besorgt

    VON MATTHIAS BUNGEROTH

    Bielefeld/Lembruch. Alarm am Dümmer. Einmal mehr werden an einem Ufer des 13,5 Quadratkilometer großen Gewässers in Südniedersachsen tausende toter Fische entdeckt. Diagnose: Die Fische gehen durch Sauerstoffmangel ein. Der Großeinsatz für Polizei und Feuerwehr Anfang dieser Woche ist nicht der erste seiner Art. Viele Menschen aus Ostwestfalen-Lippe, die den See zum Teil seit vielen Jahren besuchen, zeigen sich besorgt.

    „Es wird einem langsam mulmig“, sagt Siegfried Gromm aus Bielefeld. Er ist Mitglied im Seglerclub Dümmer (SCD) und kennt das Gewässer seit Jahrzehnten. Die Probleme des Flachsees, der bis auf die Häfen kaum tiefer als 1,50 Meter ist, sind seit vielen Jahren bekannt. Doch durchgreifende Verbesserungen, die die Hauptprobleme langfristig beseitigen könnten, sind bisher nicht in Sicht. „Man muss sehen, dass man in den nächsten fünf Jahren Sofortmaßnahmen findet“, fordert Gromm. Ansonsten fürchtet er um die Attraktivität des Gewässers als Ziel für Touristen, Wassersportler und den Naturraum.

    Gefahren für Schwimmer
    Mehrere Eingriffe in der Vergangenheit haben dem Dümmer stark zugesetzt. Die Eindeichung bis in die 50er Jahre hinein führte dazu, dass durch ausbleibende Überschwemmungen in den Ufergebieten die Zahl der Algen zu- und der Sauerstoffgehalt des Sees abnahm. Auch nahm die Verschlammung des Sees kontinuierlich zu.
    InfoLand setzt auf 16-Punkte-Plan
    Der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) will der Landesregierung in Hannover Anfang Dezember einen 16-Punkte-Plan vorlegen, mit dem die Sanierung des Dümmers vorangetrieben werden soll. Das teilte der NLWKN jetzt auf Anfrage mit. „Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Untersuchung des Schilfpolders hinsichtlich seiner Realisierungsmöglichkeiten, der Erfolgsaussichten und auch der Kosten“, so Sprecher Achim Stolz. Die Umleitung des Bornbachs im Jahr 2009 habe die Phosphatbelastung des Dümmers bereits „deutlich reduziert“, heißt es weiter.

    Unter anderem führte die intensive Landwirtschaft schließlich zu einer „Überdüngung“ des Sees, in erster Linie durch Phosphor und Gülle, die über die Hunte in den Dümmer gelangen. Das ökologische Gleichgewicht des Gewässers bekam Schieflage.

    Während Unterwasserpflanzen, Teichmuscheln oder Binsen immer weniger wurden, vermehrte sich der Schlamm. Seit Jahren gibt es zudem das Problem massenweise auftretender Blaualgen in bestimmten Teilen des Sees, die Gefahren für Schwimmer bergen können. In abgestorbener Form schwimmen sie an der Wasseroberfläche und verbreiten dabei jede Menge Gestank. „Das ist unerträglich“, sagt Siegfried Gromm und steht mit diesem Urteil nicht allein da.

    Jan Hustert aus Steinhagen, Mitglied im Seglerclub Dümmer, mahnt ebenfalls eine möglichst zeitnahe Realisierung von Sanierungsmaßnahmen an. „Das dauert viel zu lange, bis Entscheidungen fallen“, stellt Hustert fest. Doch wenn nichts passiert, könne dies negative Auswirkungen auf die Immobilienpreise, Hotelbelegungszahlen und den Wassersport haben.

    Es dauert bis zu zwölf Jahre
    Für 2013 seien die Häfen „gerade mal zur Hälfte belegt“, wie Wilhelm Beckmann, Vorsitzender der Wettfahrgemeinschaft Dümmer, dieser Zeitung sagt. Beckmann ist auch Mitglied im Dümmer-Beirat, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Sanierung des Gewässers mit eigenen Initiativen voranzutreiben.

    Bei einer Diskussionsrunde vor wenigen Tagen haben sich Vertreter aller im niedersächsischen Landtag vertretenen Parteien dafür ausgesprochen, einen sogenannten Schilfpolder am Einlauf der Hunte in den Dümmer anzulegen. Die Wurzeln der Schilfpflanzen sollen große Teile des Phosphats aus dem Wasser filtern, das damit nicht mehr in den See gelangen könnte. 100 bis 200 Hektar groß müsste ein solcher Polder nach Expertenmeinungen sein. Die Kosten werden auf bis zu 15 Millionen Euro veranschlagt.

    Nachteil dieser Lösung: „Es dauert zehn bis zwölf Jahre bis zur Realisierung“, so Beckmann. Aber es gibt nach seiner Überzeugung Maßnahmen, die in der Zwischenzeit die Probleme deutlich abmildern können. So sei man dabei, die Algen mit Ölsperren von Badestellen und Häfen fernzuhalten. Für kurze Perioden wird die Bekämpfung der Algen mit Nitrat getestet. An einigen Hotspots könne der Eintrag reinen Sauerstoffs dazu beitragen, dass Fische überleben, wie Beckmann erläutert. „Wir wissen, dass wir diese Zwischenschritte gehen müssen, aber keiner kennt ein Allheilmittel.“ Dennoch sieht Beckmann die Lage keinesfalls ausweglos. „Ich werde meine Leidenschaft für den Dümmer nicht so schnell aufgeben.“

    Mehr zum Thema in nw-news.de

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