Bericht von der Limnologischen Fachtagung des NUVD

Steffen Eickhoff mit seinem Bericht von der NUVD-Tagung: 

Auf der 2. Limnologischen Fachtagung Dümmer See der NUVD (Natur- und Umweltschutz Vereinigung Dümmer See) wurde viel Wissen, viele Ergebnisse und Fakten über die „Gesundheit“ des Dümmer Sees bekannt gegeben.

Aktuell ist eine hervorragende Wasserqualität zu bemerken, die ein Ergebnis aus den negativen Geschehnissen des letzten Jahres ist. Es ist eindeutig festzustellen, dass sich die gewünschten guten Wasserpflanzen und Bakterienkulturen (Makrophyten) im Dümmer See im Moment wesentlich besser entwickeln können wie in den letzten Jahren und vor allem auch wesentlich besser wie die ungewollten Blaualgen (Cyanobaterien).
In den letzten Jahren waren diese guten Wasserpflanzen und Bakterienkulturen nur zu einem sehr geringen Anteil im Dümmerwasser verbreitet.
Die dieses Jahr ca. 2 Monate eher eingetretene Klarwasserphase im Dümmer See begünstigt zu diesem Zeitpunkt das Wachstum gutartiger Bakterienkulturen, Algen und Wasserpflanzen sehr. Wenn sich diese gutartigen Bakterienkulturen, Algen und Wasserpflanzen gegen die Blaualgen durchsetzen können besteht eine sehr gute Chance, dass sich in diesem Jahr die Gesundheit des Dümmer Sees selbst regeln kann und über die Saison eine gute Wasserqualität herrscht.

Die aktuelle Ausgangssituation hierzu ist wesentlich besser wie in den letzten Jahren. Die häufig diskutierte massive Entschlammung ist eindeutig nicht förderlich für die Situation des Dümmer Sees!
In den neuen Bundesländern wurde versucht die „Gesundheit“ diverser Seen mit dieser Maßnahme zu verbessern. Es hat bei einem einzigen See funktioniert – dieser ist keine 10 Hektar groß. Bei allen anderen Seen konnte keine Verbesserung festgestellt werden bzw. teilweise durch das Aufwirbeln des Schlammes nur negative Entwicklungen. Als Vergleich: Der Dümmer hat eine Wasserfläche von über 1200 Hektarn. Die Kosten einer Entschlammung eines ca. 10-20 ha großen Sees liegen schnell im 7 stelligen Bereich. Warum weiter entschlammt wurde? – Politischer Druck aus der Bevölkerung!

Die Entschlammung des Dümmer Sees gehört eindeutig auch nach dem Ripl-Gutachten nicht zur Sanierung des Dümmer Sees. Sie ist nur die Gegenmaßnahme gegen die zu hohe Verlandung des Sees durch P-Einträge sowie Laubeinfall usw. Könnte der Phospat-Eintrag auf das gewünschte Maß reduziert werden, so würde die Verlandung des Sees nur noch ca. 1-2 Millimeter im Jahr betragen. Eine Entschlammung wäre nicht mehr notwendig.

Doch woher kommt das Phospat? Vor 20 Jahren kamen ca. 95% des Phospat aus Kläranlagen. Heute sind es keine 5% mehr. DiePhospat-Einträge durch die Natur im Einzugsgebiet des Dümmer Sees selbst (GÄNSE, … ) liegt auch deutlich unter 5%.
Festgestellt wurde, dass das Huntewasser bevor die Elze in die Hunte fließt eine Phospat-Konzentration von ca. 0,080mg/L hat. Die Elze selbst 0,400mg/L hat!!! Die Hunte fließt aktuell mit einem Phospat-Wert von 0,137mg/L in den See hinein.
Der gewünschte Wert im Dümmer See sollte bei 0,050mg/L liegen. Im Mittel liegt dieser Wert aktuell bei 0,140mg/L.


Steffen Eickhoff

Über Steffen Eickhoff

Steffen Eickhoff ist als gebürtiger Lembrucher, ein Dümmeraner mit Leib und Seele. Als Wassersportler, Wanderer und aktiver Biker nutzt er denn See auch selber zur Erholung. Und als Betreiber der Hotels "Zur alten Post" hat er natürlich auch aus beruflicher Sicht ein hohes Interesse am Zustand des Erholungsgebietes Dümmer.

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