Bericht von HaDi Hartmeier zum Dümmer-Forum

Ich habe mich ja schon persönlich zum Dümmer-Forum ausgelassen, hier jetzt aber ein Bericht von HaDi Hartmeier, der als Vertreter der IG Dümmer (Beiratssprecher) und als aktiver Segler bei der Veranstaltung vor Ort war:

Liebe Dümmer-Mitleidende,

den schalen Geschmack kann ich voll nachvollziehen. Obwohl die Wahrnehmungen aller Beteiligten sicher sehr unterschiedlich ausgefallen sein dürfte. Das war ein Auftritt in 3. Akten:

Auftritt der beiden Ministerstellvertreter Ripke und Birkner unterstützt durch drei wissenschaftliche Mitarbeiter vom NLWKN.

Darstellung der Situation, Ursachen und Wirkungen und Ankündigung, dass bis einschließlich 2013 insgesamt 1 Mio € für Entschlammungsmaßnahmen bereitstehen.

20 Mio € für Schilf Großpolder auch im Prinzip kein Problem. Dafür soll ein Beirat aus den betroffenen Verbänden mit ca. 15 Personen gebildet werden. Aufgabe dieses Beirates:
Information nach außen und Beratung der Umsetzer bzw. Planer. aber ohne Einflussmöglichkeiten auf die Umsetzung!

Auftritt der gleichen Personen wie oben, um Fragen der Anwesenden zu Sachthemen und Sinn und Unsinn des Beirates zu beantworten. Hinweise aus dem Publikum, dass alle Themen bereits seit 30 Jahren bekannt sind und eigentlich keine neuen Erkenntnisse gewonnen wurden.
Antwort der „Stellvertreter“: jetzt wird bis Ende 2012 geplant und dann geht’s los. Allerdings gibt’s da noch das Problem mit der Bewirtschaftung des Schilfpolders in Höhe von 500 000 €/a, das so nicht vom Land übernommen werden kann. Der Verweis, dass die Einnahmen z.B. durch die Segler für die Bewirtschaftung nicht reichen …..läßt bei mir die Alarmglocken das erste Mal klingen.( Bedeutet das, dass möglicherweise in Zukunft Segler, Vermieter …… und Besucher über „Sondermaßnahmen“ oder „Sondersteuern“ zusätzlich zur Kasse gebeten werden sollen?) Also wir wollen uns jetzt mal verabschieden und kommen in einem Jahr um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Die Stellvertreter treten ab.

Auftritt des Regionaldirektors Weiß vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen/Sulingen. Also Herr Weiß hat sich inzwischen überlegt welche Verbände für so einen Beirat in Frage kommen:

  • Fischerei
  • Landwirtschaft
  • Tourismus
  • Wasserwirtschaft
  • Naturschutz
  • Kommunen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Also wem jetzt was fehlt…. Segler sind auch Tourismus. Irgendwie werden dann tatsächlich in einem wilden Geschacher Namen und Besetzungen vorgenommen. Ach ja, beinahe hätten wir versessen, dass auch Diepholz im Beirat sein soll, und Damme und die Landwirtschaft aus… und auch aus… und dann sollte doch auch….

Die Besetzung dieses Beirates ist mehrheitlich bestimmt von Personen, die entweder mittelbar oder unmittelbar vom Land abhängig sind. Die Vertreten des Naturschutzes NUVD und NARI werden ebenso
aus Landesmitteln finanziert wie die städtischen Angestellten, die die Gemeinden vertreten oder die Angestellten der landeseigenen Behörden vom NLWKN oder LGLN. Erstaunlich auch, dass das Dümmermuseum für Öffentlichkeitsarbeit steht und durch eine Person vertreten wird, die bislang weniger durch sachliche Beiträge, als durch Polemik gegen NUVD und IGD bekannt ist.

Wie dem auch sei, wer hier welche Interessen vertritt oder vertreten soll scheint nicht wirklich wichtig. Die tatsächlich Handelnden haben etwas geschafft, den Anschein zu erwecken, dass jetzt die gesetzliche Anforderung der Einbeziehung der Öffentlichkeit hergestellt worden sei.

Na denn, wir werden aber auch nicht glücklicher, wenn wir dabei wären und dann dem Rest der „Dümmeraner“ erklären müssten, warum was gerade nicht geht oder warum jetzt dieses oder jenes in Zukunft mehr kosten wird.

Wenn wir uns dadurch einlullen lassen und den Druck zurücknehmen…..haben wir es nicht besser verdient.

In diesem Sinn: lasst euch was einfallen und übrigens, glaube ich nicht, dass mit der Regierungsaktion eine eigene Koordinationsgruppe überflüssig wird

Gruß Hadi

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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3 Kommentare
  1. Wolfram Pilgrim sagt:

    hallo,

    ich kann die Vorschläge nur unterstützen, wir Segler sind als Interessengruppe sicherlich die mit Abstand größte Gemeinschaft und verfügen über die WG z.B. auch über eine gemeinsame Plattform. Wir sollten unsere Möglichkeiten nicht unterschätzen, sollten zukünftig aber noch zielstrebiger in Hannover Salz in die Wunden der Verantwortlichen streuen. 30 Jahre Ignoranz und Aussitzen werden wir nicht mit ein paar „bösen“ Briefen beenden können.
    Die Idee vom SCLD mit einem Banner am Hafen und dem Verweis auf eine Emailadresse in Hannover finde ich sehr gelungen, dies müßten wir gleichlautend an allen Häfen anbringen.
    Wenn wir in einem weiteren Schritt die Schreiben, die jetzt von einzelnen Vereinsvorständen nach Hannover geschickt werden per Email an unsere Mitglieder verteilen, mit der Bitte diese wiederum nach Hannover zu senden, wird der Postberg und somit auch der Druck erheblich zunehmen.
    Für Alle, die es noch nicht gemerkt haben: unser Gegner sitzt in Hannover, nicht in Diepholz oder Vechta! In Hannover wird durch die verantwortlichen Stellen geduldet, dass im Landkreis Osnabrück, im Oberlauf der Hunte, weder die WRRL eingehalten noch ein Güllekataster installiert wurde. Es wird stillschweigend toleriert,dass dort widerrechtlich Dinge geschehen, die später im Dümmer nur mit Millionenaufwand wieder saniert werden können.
    Abschließend noch eine persönliche Anmerkung zum Naturschutz und wie ich diesen in der Vergangenheit wahrgenommen habe. Die Naturschützer haben sich fast ausnahmslos seit mehr als 30 Jahren um den Erhalt der Vogelwelt gekümmert und darüber die Wasserqualität vergessen. Der Lebensraum der Vogelwelt wird bei der dramatischen Wasserverschlechterung aber auch nachhaltig bedroht, nur scheint dies noch immer nicht so richtig angekommen zu sein.

  2. C. Kosanetzky sagt:

    Ich habe das an früherer Stelle schon mal bemerkt – und auf die Gefahr hin mich zu wiederholen – sage ich es noch mal: die Segler müssen aus der Not ein Tugend machen! Von der reinen Zahl der Mitglieder, dem Organisationsgrad usw. her gibt es wohl keinen Interessenverband, der gegen sie „anstinken kann“. Der ehremamtliche Naturschutz – namentlich NABU und NARi – kamen in den letzten Jahren vielfach in der öffentlichen Wahrnehmung ziemlich schlecht weg – mit Verlaub ein wenig zu Unrecht, denn: Zumindest der NABU arbeitet seit mehr als 30 Jahren für den Erhalt des Dümmers und seines Umfeldes – mit wenigen Mitgliedern, minimaler Finanzausstattung und viel Gegenwind von allen Seiten. Lasst mich mal ein bisschen polemisieren: Als vor vielen Jahren das Thema Winterfahrverbot kam, gab es so etwas wie ein Notgemeinschaft der Wassersportler, viele haben sich engagiert – obwohl wahrscheinlich weniger als 0,5 % der Segler im Januar, Februar,…. auf unserem See unterwegs waren. Ich denke unser aktuelles Problem ist viel schwerwiegender, denn es stellt die Möglichkeit, auf den Dümmer noch genussvoll Wassersport zu betreiben grundsätzlich in Frage – der Aufschrei ist aber immer noch recht verhalten, auch wenn sich alle zu Recht über die aktuelle Situation ärgern.
    Es wird zeit zu kreativen Maßnahmen zu greifen – ich frage mal. wer Begrüßt denn morgen unseren Umweltminister bei der Feierstunde zur Erweiterung des Naturpark Dümmers und überreicht ein paar Liter Dümmerwasser, etwas frischen Fisch usw? Die Medien sind wohl vor Ort. Ich glaube man sollte etwas bei den vielen kreativen Aktivisten abgucken: ausdauernd, gewaltfrei und kreativ den Jungs im fernen Hannover so auf den Senkel zu gehen, dass sie sich nicht Jahre davor drücken können, endlich Bewegung in die Sache zu bringen. Das ist schwer für die wenigen Naturschützer vor Ort – wenn ich mir aber den ManPower angucke, die in den Seglerverbänden steckt, mit vielen kreativen, in Öffentlichkeitsarbeit erfahrenen, z.T. finanzkräftigen, vernetzten Leutchen – ja dann sollte doch da etwas möglich sein, oder?

    • Thomas Bunte sagt:

      Hallo Chris,

      ja ich denke auch, dass der Druck konstant hoch gehalten oder besser noch erhöht werden muss!
      Was mich freuen würde, wäre wenn es zu Kontakten und noch besser zu einer Zusammenarbeit mit NABU und NARI kommen würde. Denn leider habe – zumindestens ich – bis auf den sehr guten Beitrag des Vorsitzenden des NABU Dümmers Bernd Averbeck bei der Radiodiskussion noch kein Statement zum Dümmer mitbekommen.
      Dies ist nicht als Kritik gemeint, sondern als Fragestellung?
      Es wäre wichtig das jetzt wirklich alle Kräfte am Dümmer zusammen arbeiten und wir uns nicht wieder -wie in der Vergangenheit oft geschehen- auseinander dividieren lassen. Denn darüber freut sich nur die Politik die keine Priorität (sprich Mittel) ausgeben will und in Teilen die Lobby der Landwirtschaft, die keine Einschränkungen bei der intensiven Flächennutzung will.
      Thomas

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