Ein Versuch zur Nitrateinbringung in den Dümmer hat begonnen – der Geruch ist besser!

Wie schon von uns berichtet gibt es die Genehmigung zur Einbringung von NItrat zum Abbau der abgestorbenen Blaualgen. Nachdem schon in der letzten Woche die Hunte am Ausfluss aus dem Dümmer entsprechend „geimpft“ wurde, ist jetzt auch im Dümmer der erste Bereich mit Nitrat angereichert worden.

Nach einigen Briefwechseln zwischen dem Vorstand des Segler-Clubs Dümmer e.V. und den verantwortlichen Stellen wurde jetzt festgestellt dass die Bedingungen für einen solchen Einsatz – nämlich ein extrem niedriger Sauerstoffgehalt – im Hafenbecken des SCD gegeben sind. Dort liegt er nach Aussagen des NLWKN nämlich fast bei 0.

Entsprechend stank es dort Mitte der Woche zum Himmel und jetzt wurde gestern das NItrat im Vormittag ausgebracht. Als Ergebnis ist bis Abends schon der Gestank weitgehend zurückgegangen.

Hier die Berichterstattung zum Thema beim NDR unter dem Titel: Blaualgen-Futter gegen Blaualgen-Plage!

So sehr ich mich über den Erfolg freue, bleibt für mich ein mulmiges Gefühl wenn dort Nitrat eingebracht wird.
Ein paar „etwas beruhigende“ Fakten findet Ihr in dem Videobericht vom NDR im Interview mit Herrn Schuster vom NLWKN. 

Wir versuchen weiter über diese Entwicklung zu berichten.
 

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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2 Kommentare
  1. Georg Keckl sagt:

    Warum gibt es seit den 90er Jahren ein zunehmendes Problem mit Blaualgen im See? Warum wissen Sie das denn nicht? Wie faul muß man sein, hier nicht die Lösung zu finden? Weil die Nitratfrachten in den Zuflüssen erfolgreich reduziert werden könnten, deshalb kommen den Blaualgen. Wenn das N-P-Verhältnis im Wasser (Stickstoff zu Phosphor) zu eng wird, Nitrat ins „Minimum“ („Liebische Minimumtonne“) rutscht, kommen die Blaualgen, die bei Nitrat-Mangelsituationen in den Lage sind, Luftstickstoff in pflanzenverfügbaren Stickstoff zu verandeln. Das ist die Lücke, in denen Blaualgen wachsen. Das ist uraltes Wasser-Chemie-Wissen. Drei Mädchen aus WHV haben mit dem alten Wissen, das fast jeder Fischteichbetreiber oder Aquariumbesitzer kennt, 2006 mal einen Preis bei „Jugend forscht“ bekommen ( http://www.nwzonline.de/wilhelmshaven/phosphat-und-nitrat-lassen-giftzwerge-wachsen_a_6,1,2189260689.html ). Nur die Dümmerkommision hat das nicht gewußt, wie man die Blaualgenplage verhindert, was sind das denn für „Experten“? Kann nicht sein. Man brauchte wohl den Skandal, so ein paar tote Fische, den Ärger der Leute, den Schaden für den bei den Ökologen eh ungeliebten Tourismus, um die passenden Sündenböck fundamentalistisch anklagen zu können. Nun, wo die Nitratzufuhr zur Abwendung von Belastungssituationen in immer mehr deutschen Gewässen umgesetzt wird, mußte man das auch Dümmer machen, sonst wäre der Schwindel irgendwann aufgeflogen. Blaualgen haben sich auch in ganz naturbelassenen Gewässen, wenn das N-P-Verhältnis nicht stimmt. Die Idee mit dem Nitratzusatz ist keinerwegs neu noch eine Poniertat. Dass es dabei um eine Maßnahme zur Gestankreduzierung oder eine Sauerstoffdusche geht, ist reine Leuteverarschung. Hoffenlich merken Sie das mal. Also, mit Millionenaufwand wird in den Kläranalgen der Nitratgehalt inzischen stark gesenkt und als Folge schmeißt man den energieintensiv erzeugten Nitrat-Kunstdünger bei Ihnen hinter den Kläranlagen wieder in den See. Wann merken Sie eigentlich mal, wozu Sie hier benutzt werden, was für „Experten“ Sie da haben? Tun sie was für Ökologie, pinkeln sie in den Dümmer.
    Mit freundlichen Grüßen: Georg Keckl

  2. C. Kosanetzky sagt:

    Eure anfängliche Euphorie in Ehren – wenige Tage nach dem ersten Nitrat Einsatz ist die Situation doch eher frustrierend – leider 🙁

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