Fischbestand im Dümmer auf historischem Tiefstand

Fischbesatz auf historischem Tiefstand - Landkreis Diepholz - Lkr. Diepholz - Lokales - Kreiszeitung Das der Fischbestand am Dümmer nicht mehr optimal sein konnte, haben wir ja alle vermutet – obwohl ich auch das Fischsterben als Grund gesehen habe.

Fischerei-Experten machen jetzt aber v.a. die Komorane für die Tatsache verantwortlich das:“„Der Fischbestand am Dümmer hat einen historischen Tiefstand erreicht“, so Thomas Klefoth, Biologe des Landessportfischerverbands Niedersachsen. Laut seiner Auskunft holen die Kormorane pro Jahr ca. 33 Tonnen aus dem Dümmer, vor allem in den Wintermonaten und vor allem Jungfisch.

Und dieser niedrige Fischbestand hat nach Ihren Aussagen auch Auswirkungen auf Flora und Fauna: sie bekräftigen das Blaualgen-Wachstum und führen zur Verminderung der natürlichen Feinde der Zuckmückenlarven.

Die Sportfischer fordern deshalb eine Erhöhung des Fischbestand und eine „Vergrämung“ des Kormoranbestandes.

Hier der Artikel in der Kreiszeitung zum Thema: Fischbesatz auf historischem Tiefstand und hier der auf dem Onlineportal des NDR: „Kormoran mitschuldig an der Blaualgen-Plage?

Als Folge dieser Diskussion haben jetzt Naturschützer entsetzt auf die Diskussion reagiert. Infos dazu im Artikel unter Protest gegen Kormoran-Abschuss am Dümmer
Wobei vermerkt werden sollte, dass der Abschuss keine offizielle Forderung war.

Leider gelingt es mal wieder Interessengruppen die ein gemeinsames Ziel haben sollten: den Erhalt des Dümmers als Paradies für Natur und Mensch öffentlichkeitswirksam gegeneinander aus zuspielen.

Hier sollten doch alle Kräfte wieder an einem Strang ziehen und nicht diesen alten Streit wieder aufwärmen!

Schade, schade!! 

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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7 Kommentare
  1. Segelclub SCED sagt:

    NDR Niedersachsen 14.11.2011
    Landwirtschaft schuld an Dümmer-Verschmutzung

    Auch die Landesregierung meint, dass Überdüngung das Hauptproblem am Dümmer ist. (Archiv) Seit Jahren sorgen Überdüngung und Blaualgen für massive Probleme am Dümmer. Segler, Angler, Vermieter, Umweltschützer und Urlauber sind sich einig: Es steht schlimm um den zweitgrößten See Niedersachsens. Viele prangern als Verantwortlichen die Landwirtschaft an. Darin sieht nun auch die niedersächsische Landesregierung das Hauptproblem. Die Landwirtschaft im Einzugsgebiet des Dümmers sorge für die Überdüngung und das starke Blaualgenwachstum im See. Das teilte Umweltminister Sander auf eine Anfrage der SPD in Lembruch (Landkreis Diepholz) mit. Würden Böden sehr intensiv bewirtschaftet, führe das zu vermehrten Nährstoffeintrag in den Dümmer und die Algen könnten sich ungehindert vermehren.

    Diepholzer Kreisblatt von Samstag 1. September 2012
    Und wieder soll eine weitere Biogasanlage in Diepholz gebaut werden mit 515 kw Leistung, die mit Rindergülle und Rindermist aus den hiesigen Großmastbetrieben betrieben werden soll. Und die Gärreste werden wieder mal auf den riesigen Maisfeldern verteilt. Und in diesen Gärresten sind Phospate und Nitrate in der selben Menge enthalten wie in der Gülle, sie werden nicht abgebaut. Und diese gelangen auf den Feldern, über die Zuflüsse in die Hunte und in den Dümmer. Warum wird sowas noch subventioniert? Weil die Landes- und Bundesregierung Bio-Sprit vorschreibt und die 3. Welt verhungert.

  2. Jürgen Pfeiffer sagt:

    Der Zusammenhang zwischen Kormoran und Blaualgen ist eigentlich ganz simpel:
    In unseren Gewässern der „Brassenregion“ mit niedrigen Fliessgeschwindigkeiten und relativ hoher Nährstofffracht(auch ohne die extrem hohen Phosphatlasten im Dümmer) ist es normal, dass das Wasser von den Grünalgen getrübt wird. Diese Grünalgen werden von einem Großteil des Zooplanktons, hauptsächlich von Wasserflöhen, Hüpferlingen gefressen. Diese wiederum bilden die Hauptnahrungsgrundlage gerade der Jung- und Kleinfischarten. Bei einem normalen Fischbestand wird dieses Zooplankton so reduziert, dass es nicht die komplette Grünalgenmasse vertilgen kann, das Wasser leicht getrübt, also grün bleibt. Dadurch kann das Sonnenlicht den Gewässerboden nicht erreichen. Auch Blaualgen (oder besser Cyanobakterien) brauchen zum Wachsen aber Licht, sie können sich also in diesem Normalfall nicht entwickeln. Durch den Zusammenbruch des Fischbestandes im Dümmer durch den Kormoran haben sich aber die Wasserflöhe dermaßen vermehrt, dass sie die gesamten Grünalgen wegfressen konnten, das Licht gelangt bis zum Seeboden und die Blaualgen werden aktiviert. Zusätzlich fehlt jetzt auch die Nahrungskonkurrenz durch die Grünalgen, sie können sich ungehemmt vermehren. Klarwasserphasen, wie sie in den letzten Jahren im Dümmer auftraten, sind also optisch sehr schön, führen aber letztendlich dazu, dass der Dümmer „umkippt“.

  3. Segelclub SCED sagt:

    Segelclub ScedRettet den Dümmer
    Montag
    .
    Aus Wikipedia 26.08.2012 Die Zuckmücken

    DIE UNS SO SEHR ÄRGERN KÖNNEN BEIM SEGELN UND WANDERN

    (Chironomidae), auch bekannt als Tanzmücken oder Schwarmmücken, sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera) und gehören zu den Mücken (Nematocera). Weltweit leben etwa 5000 Arten dieser Tiergruppe, etwa 570 Arten sind aus Deutschland bekannt. Es handelt sich dabei um meist sehr kleine bis mittel…große Mücken mit Körperlängen zwischen zwei und 14 Millimetern.

    Die meisten Zuckmücken bilden große Schwärme zur Partnerfindung, sogenannte Tanzschwärme, die bei Massenvorkommen an Rauchschwaden erinnern können. Die Eier werden meistens in der Dämmerung oder in der Nacht abgelegt und die Ablage erfolgt artspezifisch unterschiedlich, die Larven entwickeln sich in den sauerstoffarmen Tiefenschichten der Gewässer. Die Auswahl des Ortes ist ebenfalls teilweise nicht geklärt, bei manchen Sumpfarten wirken jedoch Methangase anlockend und schwarminduzierend.

    Zuckmückenlarven leben meistens im Substrat am Boden oder im Aufwuchs von Steinen und Pflanzen im Wasser. Sie hängen sich zum Atmen an die Wasseroberfläche und lassen sich bei Störung purzelnd in die Tiefe fallen. Bei den meisten Arten der Zuckmücken gibt es nur eine Generation im Jahr, wobei die längste Zeit auf das Larvenstadium entfällt und sowohl das Puppen- als auch das Imagostadium nur wenige Tage ausmachen. Die Überwinterung erfolgt als Larve.

    Und diese Zuckmücken leben im Schlamm des Dümmers in Milliarden Stückzahlen und werden auch von den Fischen gefressen, aber wenn keine Fische mehr im Dümmer sind, dann……
    Foto im Test-Aquarium des SCED

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:LizenzbestimmungenMehr anzeigen
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  4. C. Kosanetzky sagt:

    Ganz so simpel ist es sicherlich nicht – die alte ökologische Grundregel, dass das Nahrungsangebot die Menge der Räuber regelt, gilt auch in anthropogen belasteten Biotopen – wobei ich das Argument, dass auch Gastvögel im Dümmer fischen durchaus gelten lassen. Trotzdem interessieren mich 2 Punkte:

    1. es fällt auf, dass das Expertengremium mit Vertretern der Sportfischerei und Jagd recht einseitig besetzt ist, um es mal vorsichtig auszudrücken. Als ehemaliger Angler weiss ich, dass der der Kormoran von Anglern nicht gerade geschätzt wird – auch an intakten Gewässern nicht….

    2. Mich würde ehrlich interessieren, auf welche Quellen man sich beruft, wenn man den Zusammenhang zwischen Blaualgenvermehrung und hohem Fressdruck durch die Kormoran herstellt, der dafür mit ursächlich sein soll. Auch in den im Nordwest Radio ausgestrahltem Interview wird so getan, als wenn wir hier über glasklare Fakten sprechen – ohne das allerdings Referenzen, Studien o.ä. benannt werden. Googelt man nach diesem zusammenhängen, trifft man im Netz v.a. auf Stellungnahmen von Anglern oder Fischereivereinen, wirklich neutrale Darstellungen habe ich bis jetzt noch nicht entdecken können.
    3. Der Fischbestand des Dümmers soll auf einem historischen Tiefstand sein (nach den vielen Fischsterben der letzten Jahre ja durchaus möglich), auch hier würde mich interessieren, wer diese Besatzdichten ermittelt und wo man das nachlesen kann.

    Ich möchte mir nicht anmaßen, alle Überlegungen, auch die zum Kormoran, in Bausch und Bogen abzulehnen. Da in der Diskussion um die aktuelle Situation allerorten echte und vermeintlich Experten auftauchen (und nicht immer klar zu unterscheiden sind), würde ich doch insbesondere die Anglerverbände, aber auch den NUVD bitten, mal die Quellen zu benennen, damit sich der interessierte Leser ein eigenes Bild machen kann!

  5. Greitemann sagt:

    Mann muß sich entscheiden: Den Dümmer erhalten, oder den Kormoran, der dann den Dümmer leerfischt. Der Kommoran wird anschließend weiterziehen und hinterläßt ein totes Gewässer.

    • H.-Jörg Meyer sagt:

      Würde der Kormoran nur tote Gewässer hinterlassen, wäre er lange vor Entstehung der ersten Menschen ausgestorben.

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