Forderungsschreiben von Bettina & Frank Bühring

Website-umweltministeriumEine schöne Initiative um den Damen und Herren die aktuelle Brisanz der Lage am See nochmals in Erinnerung zu rufen,haben Bettina und Frank Bühring getätigt.
Sie haben sich per Brief an der Umweltministerium gewandt und die Situation nochmal drastisch geschildert. Mit Ihrer Genehmigung zeigen wir dieses Anschreiben hier.
Vielleicht eine gute Idee die einige Nachahmer findet?
Bettina Bühring Frank Bühring Bad Salzuflen, 16. Juli 2013

Niedersächsisches Ministerium
für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Archivstraße 2
30169 Hannover

Dümmer See

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Schreiben möchte ich meinen Unmut über das tatenlose Zuschauen Ihres Ministeriums zu den Zuständen am Dümmer See Ausdruck verleihen.

Seit 1972 bin ich Camper, Surfer, Segler u. Genießer der Natur am Dümmer See. Solche Zustände wie in den letzten Jahren habe ich während dieser Zeit nie erlebt, und wieder werden nur große Reden geschwungen, aber wirkliche Taten bleiben aus.
Wäre diese Situation am Steinhuder Meer, würden die Politiker vermutlich schneller reagieren ( Nähe zu Hannover ), ginge es Ihnen doch an die eigene Haut.

Wer oder was der Auslöser dieses Zustandes ist, ist ja scheinbar leider nicht ermittelbar. Doch scheint mir auch die Politik eine Teilschuld nicht von sich weisen zu können.
Wenn meine Informationen stimmen, ist das Land Niedersachsen das einzige Bundesland ohne Begrenzung der Gülleverkappung auf den Feldern für die Landwirte. Auch importieren einige Landwirte Gülle aus den Niederlanden, und verkappen sie auf ihren Feldern.
Sind es auch diese Landwirte, die einen geplanten Schilfpolder seit Jahren verhindern?
Die Verursacher sollten in die Finanzierung zur Rettung des Dümmers einbezogen werden, bzw. dieses im Vorfeld als Ankündigung ausgesprochen werden.

Mir ist es auch unbegreiflich, wie die Politiker die Touristikbranche am Dümmer See so im Stich lassen kann. Familien mit Kindern meiden den Dümmer als Naherholungsgebiet doch schon seit Jahren.
Erklären Sie mal Ihren Kindern, dass sie zwar am Strand spielen dürfen, aber bei 25 Grad nicht ins Wasser dürfen, und warum am Strand, sowie im Wasser bis zu hundert tote Fische liegen.
Lediglich von den Katastrophen-Touristen können die Gaststätten, Bootsvermieter u.a. nicht leben. Ist doch die Saison durch das unbeständige Wetter schon kurz genug.

Jeder spricht von Naturschutz, das Land rühmt sich mit seinem Einsatz für den Naturschutz, aber wo bleibt der Schutz der Fische und das Miteinander von Natur und Mensch?
Wer möchte denn noch in einer solchen Situation in diese Region investieren, was ist mit den Arbeitsplätzen, die von der Region profitieren?

Kann sich in der Samtgemeinde Lemförde ohne die Camper und Naherholungs- suchenden eine derartige Infrastruktur halten?

Die Anzahl der Segler und anderen Wassersportbegeisterten nimmt schon seit Jahren ab.
Kann man im Frühling nicht auf den See, weil die Fliegen und Mücken einen Aufenthalt dort unmöglich machen, ist es im Frühsommer das Seegras, das ein Befahren fast unmöglich macht, unabhängig von defekten Elektromotoren, so ist es jetzt der unerträgliche Gestank, der keine Erholung zulässt.

Auch die Zahl der Dauercamper und Tagescamper nimmt schon seit Jahren ab, obwohl dieser Bereich in anderen Landesteilen boomt, meiden vorallem junge Familien den Dümmer als Urlaubsgebiet, oder kommen nach einem Kurzbesuch nicht wieder.

Werden die Politiker und Verantwortlichen erst wach, wenn es zu Krankheitsfällen und erneuten Fischsterben kommt, um anschließend zu politisch werbeträchtigen Fernsehaufnahmen an den See kommen?!
Kostspielige gegründete Gremien halten ihre (Pseudo-)Sitzungen, kostspielige Gutachten werden durch Gegengutachten angefochten,und letztendlich ‚ruht der See‘ wieder bis zum nächsten Jahr.

Ich hoffe die Vereine und Unternehmer schließen sich zusammen und folgen den vielen Aufrufen, halten Ihre Gebühren, Befahrungsgebühren, Steuergelder ( Umsatzsteuer / Gewerbesteuer ) und weitere dem Land Niedersachsen zustehenden Einnahmen zurück, bzw. zahlen sie federführend der Bürgermeisterin auf ein Sperrkonto, bis es zu einer tatsächlichen Erholung des unerträglichen Zustandes gekommen ist.

Wir sind zwar keine Wähler Ihres Landes, aber an dem Wohl dieses tollen Naherholungsgebietes interessiert.

Es bleibt zu prüfen, ob anwaltlich die Chance auf Schadenersatz der Kosten ( Stellplatz-, Liegegebühr / Zweitwohnsitzsteuer ) und der entgangenen Urlaubsfreuden gegenüber den Verursachern und Verantwortlichen besteht.

Ich hoffe meinem Vorbild folgen viele Gleichgesinnte.

Hochachtungsvoll.

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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4 Kommentare
  1. Nies sagt:

    Ha,

    und wisst wer der Verursacher der ganzen Geschichte ist? Wir selbst! Unsere Nachfrage nach möglichst billig produziertem Fleisch. Jeder, der mehr als einmal die Woche Fleisch isst, welches auch noch möglichst billig produziert wurde, darf sich doch eigentlich nicht beschweren!

  2. SCED sagt:

    Solche Briefe und E-Mails mit schockierenden Bilder von den Blaualgen, Fischsterben habe ich seit 2 Jahren immer wieder den Verantwortlichen Behörden in Lembruch, Lemförde, Diepholz Sulingen Hannover bis zum Europüäischen Parlament nach Brüssel geschickt. Aber immer kamen höfliche Antworten zurück, alle mit dem gleichen Tenor, dass man ja bemüht ist, die Situation zu verbessern und auch dafür Gelder bereit gestellt hat, und auch langfristige Dinge plant, wie den Schilfpolder, der aber erst in 10 – 15 Jahren wirken kann. Fakt ist, das alle bisherigen Bemühungen nichts gebracht haben, und wir alle nur weiter verschaukelt werden. Auch Sie werden diese fröhliche Botschaft bekommen, und dann enttäuscht sein, zu den Akten legen und wie die meisten Dümmeraner den Kopf in den Sand stecken und schön brav weiterschauen…..

  3. Angela Müller-Hennig sagt:

    Mein Partner und ich sind auf einer naturnahen Radtour z.Zt. am Dümmersee und sind schockiert über die Zustände am Wasser: es stinkt stellenweise nach Fäulnis und das Wasser ist randvoll mit grünen u nd blaugrünen Algen und Flecken und man soll nicht damit in Berührung kommen. Welche Enttäuschung für uns Menschen und was für eine Belastung auch für die Tierwelt vermutlich. Hier muss doch nun endlich mit durchgreifenden Maßnahmen etwas geschehen !!!!!!!!!

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