„Großschilfpolder lässt auf sich warten“

So titelte die Neue Osnabrücker Zeitung gestern in Ihrem Artikel über den Dümmer, die Blaualgenbelastung und die Maßnahmen der Landesregierung in Hannvoer.

Das ist dann nach dem NW Artikel vom Samstag ein weiterer Hinweis der die neue „Sprachvariante“ bestätigt. Die 100.000 € gehen in eine erneute Untersuchung der Sinnhaftigkeit des Großschilfpolders.
Dies widerspricht damit der eigenen Aussage aus der Presseerklärung des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz vom 03.09.:

 „Gemeinsam mit Landwirtschaftsstaatssekretär Ripke sagte er kurzfristig 100.000 Euro zu. Mit diesem Geld sollen Planungen für einen Schilfpolder finanziert werden.“

Unter Planungen versteht man normalerweise etwas ganz anderes als eine erneute grundsätzliche Untersuchung über den Polder.

Im Artikel aus der NOZ werden von der Ministeriumssprecherin auch jegliche andere Maßnahmen (Sauerstoffzufuhr, Baggern usw.) grundlegend negiert. Begründet mit der Aussage

„…die Probleme am Dümmer „zu alt und zu gravierend“ seien, als das schnell geholfen werden könne.“

Und weiter: „„Es liegt nicht daran, dass wir nicht wollen“, stellt Burow noch einmal klar. Es gebe keine tragfähige schnelle Lösung. Der Forderung ähnlich wie bei anderen Seen, Sauerstoff in das Gewässer zu pumpen, erteilt sie eine Absage. „Das bringt nichts, dafür ist der Dümmer zu groß.“

Also können Verwaltung und Politik definitiv solche Lösungen bewerten und Feststellen das Sie nicht gehen. Aber ein Großschifpolder der jetzt über Jahrzehnte in der Vorplanung war und für den es einen positiv verlaufenen und wissenschaftlich begleiteten Großversuch an der Hunte gab, den kann man nicht abschließend bewerten.

Das klingt für mich zum einem nach einer erneuten Verzögerungstaktik um sich in den Winter zu retten, wo die Problematik naturgemäß nicht mehr sichtbar und „riechbar“ ist.

Und zum anderen nach einem klaren Eingeständnis, das der Inhaber (Land Niedersachsen) und die Fachbehörden also Ihre Pflichten über Jahrzehnte nicht erfüllt haben und  damit eine Situation herbei geführt haben, die sich nicht kurzfristig lösen lässt! 
Denn neue Erkenntnisse oder Herausforderungen sind doch nicht aufgetreten, sonder der schleichende Prozess der letzten Jahre ist immer weiter eskaliert.

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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2 Kommentare
  1. Heiner Waltenberg sagt:

    Moechte mich, soweit es meine Zeit ermoeglicht, an Intiativen etc. beteiligen. Bin zwar Sauerlaender, aber zu gerne am Duemmer, der in den letzten Jahren ein trauriges Bild abgibt. Wuerde micht ueber staendige Informationen freuen; ggf. sieht man sich ja am Duemmer.

    Freundlichen Gruss

    Heiner Waltenberg
    Plettenberg

    • Thomas Bunte sagt:

      Hallo Heiner,
      ich gebe Dir recht, der Dümmer gibt ein trauriges Bild ab. Oder vielleicht doch eher sein Besitzer, das Land Niedersachsen.

      Als Quelle für Informationen ist diese Seite gedacht.

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