Kritische Anmerkungen zum Beirat und den ersten Ergebnissen

Wolfram Pilgrim mit seinem S-Kreutzer beim Dümmer-Dreieck!

Hier ein Kommentar von Wolfram Pilgrim (1. Vorsitzender SCC) zur Arbeit des Dümmer Beirates!
Hier das Protokoll der letzten Beiratssitzung!

Wir betroffene Segler sind mit den Beiratsaktivitäten genau dort angekommen, wo das Land uns haben wollte: wir werden zu Beteiligten gemacht, die Vorschläge machen sollen und Vorgehensweisen bewerten sollen. 

Mit dem Vorschlag, Herrn RD Weiß zum Leiter des Beirates zu machen, haben die Ministerien einen gewieften Taktiker, der mit allen Wassern gewaschen ist, präsentiert, dessen Hauptaufgabe jetzt darin besteht, den Beirat  mit Informationen zu überfüttern und mit Arbeit zu ersticken.

Nochmal zum besseren Verständnis: der Beirat hat nur eine beratende Funktion ohne jegliche Entscheidungsbefugnis! Die fachlich qualifizierten Vorschläge müssen von den Fachbehörden kommen, dort ist das Wissen längst vorhanden. 

Wenn jetzt im Beirat Erkenntnisse, die aus den verschiedenen Dümmerforen längst bekannt sind, zum soundsovielten Mal aufgewärmt werden, wird aus der großzügig angebotenen Mitarbeit im Beirat schnell eine Mitschuld bei einem Mißerfolg.
Die Mitglieder des Beirates, die nicht zum Kreis der ohnehin involvierten Behörden gehören, sollten sehr genau aufpassen, dass sie nicht als Feigenblatt mißbraucht werden.

Um die Angelegenheit einmal auf eine alltägliche Situation herunterzubrechen: Der Mieter einer Wohnung kann niemals den Eigentümer eines Hauses beraten, wie er dieses Sanieren oder Renovieren soll. Der Mieter kann seine Ansprüche definieren, aber den Weg zum Ziel muß der Eigentümer mit den jeweiligen Handwerkern klären.

Ich sehe die Beiratsarbeit eher darin, dass in dem Gremium der Fortgang der Planungen und Arbeiten begleitet wird und insbesondere die zeitlichen Vorgaben kritisch überprüft werden. Der Beirat sollte sich nicht in fachliche Detaildiskussionen verstricken lassen, auch wenn dieses bei der Besetzung sicher schwierig sein wird. Die Betroffenen interessiert der Weg zur Erreichung des Ziels nur sekundär.

Zwei Beispiele dafür, dass schon wieder auf Zeit gespielt wird:
Am 1.9.2011 erfolgte von Herrn Ripke (ML) die Zusage, dass in 2011 noch entschlammt wird. Diese Zusage wurde beim Dümmerforum am 13.10.2011 noch um die Zusage ergänzt, dass in 2011 für 200 T€, in 2012 für 400 T€ und in 2013 für 400 T€ entschlammt werde.
Diese Zusage wurde mir in einem persönlichen Schreiben des MP McAllister vom 16.11.2011 nochmals  bestätigt. In der Realität dagegen erfolgte lediglich die Ausschreibung der Arbeiten bis 15.12.2011. Wenn man bedenkt, dass diese Arbeiten seit 30 Jahren ausgeschrieben werden, kann es nicht an der Komplexizität der Ausschreibung gelegen haben.

Wenn in der 2. Beiratssitzung der Hauptteil der Zeit auf die Vorstellung der Wirkungskette Kormoran-Kleinfische-Phytoplankton-Wasserflöhe-Blaualgen verwendet wird, ist der Beirat gut beschäftigt worden. Diese Fakten sind aus den Dümmerforen hinlänglich bekannt. Hinzukommt, dass auch diese Maßnahme (Fischbesatz) einen ähnlichen Wirkungshorizont hat wie der Schilfpolder. 

Wir sollten uns von Seiten der Segler auf die Kernpunkte unserer Forderungen, die wir bei unserem Treffen im SVH am 30.08.2011 definiert haben und die in unseren diversen Schreiben an die Verantwortlichen immer
wieder kommuniziert wurden, konzentrieren. Sobald wir uns in Detaildiskussionen verlieren, hat die „Gegenseite“ wieder Zeit gewonnen.

Der Zeitfaktor ist für für die Beteiligten von ganz wesentlicher Bedeutung. 
Die Segler -zumindest die Regattasegler sind hochgradig mobil- werden als Erste abwandern, wenn keine spürbaren Verbesserungen zu verzeichnen sind oder zumindest sichtbare Bemühungen erkennbar sind. Ohne die Seglerkulisse auf dem See können die Touristiker mit Ersatzmaßnahmen am Strand die Erholungssuchenden auch kaum noch länger am See halten. Auch die Vereinsvorstände werden von ihren Mitgliedern daran gemessen werden, inwieweit Fortschritte überhaupt erkennbar sind.

Es ist inzwischen am Dümmer, aber leider auch im Internet, viel zu ruhig geworden. Der Winterschlaf der Betroffenen läßt den Druck auf die Verantwortlichen absinken und dieses wird zu weiteren Zeitverlusten führen.
Wir sollten den Informationsfluß untereinander besser organisieren, damit ein gleicher Wissensstand in der Breite gegeben ist. Auch der Informationsfluß vom Beirat vs. Segler muß verbessert werden. Es reicht nicht, wenn wir uns Kurzprotokolle auf den Webseiten des LGLN suchen müssen. 
Die Protokolle mit einer Erläuterung gehören auf die Seite der WG oder z.B. auf die „rettet-den-dümmer“ Seite, damit die Inhalte und der Fortgang der Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

Im Januar werde ich einen Vorstoß unternehmen und die Vorstände der Vereine ansprechen und versuchen, eine gemeinsame Initiative in Gang zu bringen. Als Prüfstein für die Ernsthaftigkeit der Sanierungsabsichten des Landes werde ich vorschlagen, dass die Vereine fordern, eine Entschlammung aller betroffenen Hafenanlagen auf Kosten des Landes als Sofortmaßnahme durchzuführen.
Die anfallenden Schlammmengen werden keine größere logistische Herausforderung darstellen, das Ergebnis aber wäre ein sichtbares Zeichen für alle Segler am Dümmer. Wenn schon die Wasserqualität nicht wesentlich verbessert werden kann, sollten zumindest die Segelbedingungen verbessert werden. Dieses würde sicherlich etwas zu einer Entspannung der Lage beitragen können.
Der Vorteil dieser Forderung besteht m.E. darin, dass diese konkret ist und die Umsetzung ebenfalls realistisch ist – wenn es denn vom Land gewollt ist.

Für das kommende Jahr und auch die nähere Zukunft bleibt uns noch viel Arbeit, daher wünsche ich allen Mitstreitern auf diesem Weg ein geruhsames Weihnachtsfest und für das Jahr 2012 mindestens eine handbreit Wasser unterm Schwert.

Segler Club Clarholz e.V.
Wolfram Pilgrim
Eßmannskamp 13
49356 Diepholz
T 05441.992870
www.scc-duemmer.de

 

Ein Kommentar
  1. Walter Goldbecker Vorstand SCED sagt:

    DER GÜLLESONG (bitte anklicken)

    Zum JAHRESANFANG 2012
    etwas zum Schmunzeln, aber mit tiefer Bedeutung zum Algenproblem des Dümmers.

    Über alles wird im Dümmerforum oder im Dümmerbeirat oder beim NUVD diskutiert, aber die Verursacher werden verschont, oder nur halbherzig angepackt (Gewässer-Randstreifen, Gülleverordnung, die mehr als zwielichtig ist). Die Anrainer werden von diesen Herren auch mit anderen Vorschlägen verschaukelt mit der Begründung, dass ein Gülle-Stopp auch erst nach Jahren Wirkung zeigt. Es ist geradezu unverantwortlich, eine solche Aussage zu machen, denn nur diese Maßnahme STOPPT die Giftzufuhr zu Dümmer. Und diese Maßnahme kosten keinen Cent.
    Trotzdem sollte das Schilfpolder kommen, und jetzt ist eine Zusage über € 600.000,- für eine sofortige erste Schlammabsaugung genehmigt.

    Gülle song De Gülletied
    http://www.youtube.com..

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