Mikroorganismen als Lösung?

Im Facebook-Ableger von Rettet den Dümmer, hatten wir ja schon auf den „Feldversuch“ mit Mikroorganismen bei der „Wiederbelebung“ des Entenfangs am Dümmer Museum berichtet.

Das Unternehmen, das die Mikroorganismen eingesetzt hat, lehnt sich ja auch mit dem Zitat „Wir können Problematik des Dümmers lösen“ sehr weit aus dem Fenster.
Eine – wie ich finde-  mutige Aussage!
Aber vielleicht ist ja auch an solchen Ansätzen etwas dran. Interessant wäre sicherlich die Frage nach den Kosten eines solchen „Großversuchs“ und wie sich der relative schnelle Wasseraustausch im Dümmer auf diesen Ansatz auswirkt.

Hier nochmal der Link auf den Bericht:

http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-diepholz/lemfoerde/wir-koennen-problematik-duemmers-loesen-2436807.html

Und auf einen aktuellen Bericht mit der Forderung des SCED-Vorsitzenden und „Dümmer-Aktivisten“ Walter Goldbecker nach einem Testlauf für dieses Verfahren. Denn nach dem 16 Punkte Plan sollten ja auch „Alternativen“ geprüft werden.

http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-diepholz/feldversuch-herzenswunsch-2449302.html

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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5 Kommentare
  1. M. Winter sagt:

    Hallo allerseits,

    ich kann die Skepsis der lokalen Behörden verstehen denn die Aussagen die in den beiden Artikeln (und im Forumsbeitrag) getroffen werden sind wenig aussagekräftig.

    >> Bakterien, wie sie in jedem Körper vorkämen<> Im Zuge eines Verdrängungsprinzips würden die Mikroorganismen, …
    den schädlichen Keimen den Lebensraum nehmen.<> … die sich von selbst weiter vermehren, …<<
    Eben dies ist ein typisches Merkmal eine kleine Anzahl zugegebener Mikroorganismen vermehrt sich und erledigt mit ihren Stoffwechsel den gewünschten Prozess. Das ist bei der Weinbereitung, beim Bierbrauen und bei der Abwasserreinigung so. Warum nicht bei den angepriesenen Bakterien ?

    Und den Schlamm sollen die Bakterien auch noch abbauen? Im Sediment / Schlamm gibt es weder Licht noch Sauerstoff dort werden komplett andere Mikroorganismen (Anaerobe) gebraucht.

  2. Segelclub SCED sagt:

    Foto Dokumente auf der Hompepage vom SCED Segelclub
    http://www.sced.de

    Foto-Dokumentation mit Mikro-Organismen 1. bis 13. Tag im Aquarium mit Dümmerwasser. in der Anlage Fotos über einen Klein-Test in 2 Aquarien. Wir waren selbst sehr überrascht, dass innerhalb von 2 Wochen sich das Wasseraus unserem Hafe…nbecken mit Grünalgen mit viel Schmodder von dunkelgrün auf hell naturfarbig, ohne Gestank,mit Mikro-Organismen umgewandelt hat, Fische und Schnecken fühlen sich wohl. Diese Fotos sollen sich auch die verantwortlichen Behörden ansehen. Ein Test im großen Hafenbecken soll folgen.

  3. Walter Goldbecker SCED Vorsitzender sagt:

    Nachricht: Sehr geehrter Herr Goldbecker, ich habe den Artikel in der Zeitung gelesen: Mikro-Organismen bekämpfen Blaualgen im Dümmer; um es in kurzen Worten zu beschreiben: wir haben seit 7-8 Jahren Erfahrungen mit Mikro Organismen, ich bin Landwirt und setze diese auf den Feldern, bei den Tieren und im Wasser ein. Dabei werde ich durch meinen Schwiegervater Dr. Meyer Ötting unterstützt. Ich denke , dass Ihre Initiative richtig ist, man kann das Problem nur lösen, wenn man an die Ursache herangeht, und da werden die Bakterien und ev. noch ein paar andere Möglichkeiten sinnvolle Arbeit leisten. Falls es für Sie Sinn macht, können Sie mich gerne einmal diesbezüglich anrufen. mit freundlichen Grüßen Christian Aukamp

  4. Segelclub SCED sagt:

    Fakten über Mikro-Organismen (aus Wikipedia)) 12.08.2012

    Mikri-Organismen traten als erste Organismen auf der Erde vor etwa 3,8 Milliarden Jahren auf, Vielzeller entwickelten sich erst vor etwa 600 Millionen Jahren im Neoproterozoikum und die ersten „modernen“ Menschen (Homo sapiens) erschienen sogar erst vor etwa 130.000 Jahren.
    Mikroorganismen übertreffen alle anderen Spezies bei weitem an Zahl und stellen mit 70 % den größten Anteil an lebender Materie (Biomasse) dar.

    Mikroorganismen treiben die für das Leben auf unserem Planeten wichtigen geochemischen Stoffumsetzungen an und beeinflussen das globale Klima. Die mikrobielle Verstoffwechselung kritischer chemischer Elemente wie Kohlenstoff oder Stickstoff trägt dazu bei, die Erde bewohnbar für alle anderen Lebewesen zu halten. Mikroorganismen erzeugen mindestens die Hälfte des elementaren Sauerstoffs (O2) des Planeten.

    Oft leben sie dort, wo keine anderen Lebewesen existieren können, und beziehen ihre Nährstoffe ausschließlich aus anorganischem Material

    Diese wiederum könnten sich als Quelle für noch unbekannte Gene und Organismen erweisen, die wertvoll sind für Biotechnologie. Wenn bei Havarien von Tankern auf dem Meer Erdöl oder Erdölprodukte austreten, „fressen“ spezielle Mikroben diese als „Teppich“ auf dem Meer schwimmenden Schadstoffe auf.

    Auf und im menschlichen Körper existieren etwa 10 bis 100 mal mehr Mikroorganismen (vor allem Bakterien), als menschliche Zellen, aus denen ein Mensch besteht: Gesunde Menschen haben alle nahezu den gleichen Besatz von Mikroorganismen in Darm, Mund und Nase sowie auf der Haut. Im Magen-Darm-Trakt bilden sie die Darmflora und produzieren Vitamine (Biotin, Folsäure und Vitamin K), stärken das Immunsystem und verhindern die Ansiedlung und Ausbreitung von pathogenen Bakterien und Pilzen.

    Bald nach dem Tod werden Mensch und Tier von den eigenen Darmmikroorganismen zersetzt; die intakten Schleimhäute lebender Organismen schützen sie vor den zersetzenden Bakterien im Darm.

    Mikroorganismen werden bei der Schädlingsbekämpfung als Alternative zu giftigen chemischen Mitteln eingesetzt.
    Manche Mikroorganismen sind in der Lage sich auch in Biotopen anzusiedeln, die massiv mit zahlreichen Giften wie Schwermetallen, Nitraten und Radionukliden, wie Uran und Technetium kontaminiert sind.[1] So wurde das extremophile Bakterium Deinococcus radiodurans u. a. im Kühlwasserkreislauf von Kernkraftwerken und arsenverseuchten Abfällen gefunden.

    Darum sollte auch ein Test mit Mikro-Organismen für einen gesunden Dümmer die Behörden überzeugen.

  5. Segelclub SCED sagt:

    Artikel publiziert am: 07.08.2012 – 03.00 Uhr

    Quelle:
    Walter Goldbecker: „Mikro-Organismen bekämpfen Blaualgen im Dümmer“
    Feldversuch Herzensw…unsch
    Von Anke SeidelLEMBRUCH/HÜDE · Er will endlich beweisen dürfen, dass es funktioniert: Walter Goldbecker ist felsenfest davon überzeugt, dass Mikro-Organismen den Dümmer reinigen und von den lästigen Blaualgen befreien könnten – auf biologische Weise und zu einem Bruchteil der Kosten, die bisher für die Sanierung des Binnensees kalkuliert sind.

    „Die Mikro-Organismen werden nicht nur die Vermehrung der Blaualgen verhindern, sondern auch den Schlamm langfristig deutlich reduzieren“, sagt der Vorsitzende des Segelclubs Eickhöpen Dümmer – und fügt hinzu: „Der Versuch soll in einem Hafenbecken stattfinden, das vollkommen abgeschottet werden kann.“ Dieses etwa 30 mal 30 Meter große und einen Meter tiefe Becken gehört dem SCD, dem Segler-Club Dümmer. Dort sollen Mikro-Organismen der belgischen Firma Chrisal eingebracht werden: ein probiotisches Konzentrat für die Teichreinigung. „Das kann man in jedem Zoofachhandel kaufen“, erklärt Goldbecker das Prinzip, „und es ist völlig unschädlich“.

    Im so genannten Entenfang am Dümmermuseum in Lembruch hat Wolfram Kloss von der Osnabrücker Firma Aventek das Prinzip bereits getestet – und sich von Hermann Dannhus, dem Vorsitzenden des Heimat- und Verschönerungsvereins, die Wirksamkeit des Versuchs attestieren lassen. Doch Aufzeichnungen darüber, zu welchem Zeitpunkt wie viele Mikro-Organismen ins Wasser gegeben worden waren, kann Goldbecker ebenso wenig vorlegen wie Daten über die Entnahme von Kontroll-Wasserproben und ihre Ergebnisse: „Wir haben das einfach versucht – und es hat funktioniert!“

    Der Versuch war offensichtlich ohne wasserrechtliche Genehmigung gestartet worden. Darauf hatte der Landkreis die Beteiligten schriftlich hingewiesen. „Das ist mittlerweile aber geklärt“, so Erster Kreisrat Wolfram van Lessen. Für den Versuch im SCD-Hafenbecken wäre ebenfalls eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Vor allem aber müsse der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) zustimmen, so van Lessen. Der Erste Kreisrat ist Mitglied des Dümmerbeirats – und zeigt sich als solches skeptisch, ob die Mikro-Organismen das Blaualgen-Problem am Dümmer tatsächlich lösen können. Er habe dazu verschiedene Fachaufsätze gelesen: „Sie sind ziemlich eindeutig…“

    In Zweifel zieht der Erste Kreisrat ebenso die Kosten-Kalkulation Goldbeckers, der von zwei Millionen Euro für eine Erstbehandlung des Dümmers ausgeht. „Das dürfte erheblich mehr sein“, so van Lessen. Er ist außerdem skeptisch, dass die Erkenntnisse aus einem Versuch im stehenden Wasser des Hafenbeckens auf den gesamten Dümmer übertragbar wären, denn der Binnensee ist kein stehendes Gewässer: „Im Dümmer erneuert sich das Wasser fünf Mal im Jahr.“

    Dennoch glaubt Goldbecker felsenfest an einen Erfolg: „Der Versuch kostet nichts – es fallen wirklich keine Kosten an.“ Datenblätter, Unbedenklichkeitsbescheinigung und andere Unterlagen stelle er dem NLWKN zur Verfügung. Außerdem solle der Versuch durch einen Wissenschaftler begleitet werden.

    Stimmt der NLWKN dem zu? „Der Vorschlag wird geprüft“, so Pressesprecher Achim Stolz auf Nachfrage. Denn alle Alternativen zu prüfen, sei im 16-Punkte-Plan für die Sanierung des Dümmers festgeschrieben. Aber Grundlage für die Beurteilung seien auch Erfahrungsberichte aus anderen Regionen: „Die gehören zur Überprüfung dazu.“

    Goldbecker hat bereits verschiedene Funktionsträger über die Chance der Mikro-Organismen informiert und drängt auf möglichst schnelle Entscheidungen: „Sie alle sitzen als oberste Vertreter der Behörden weit entfernt vom Dümmer mit den Blaualgen, seinem Gestank, der immer schlimmer wird, mit dem Verlust der Wirtschaft und dem Abwandern der Segler und Bewohner.“ Er selbst kennt und liebt den Dümmer seit 60 Jahren. Das Algenproblem sei erst vor fünf Jahren aufgetreten und seit drei Jahren unerträglich.Mehr anzeigen
    Feldversuch Herzenswunsch
    http://www.kreiszeitung.de
    Von Anke SeidelLEMBRUCH/HÜDE · Er will endlich beweisen dürfen, dass es funktioniert: Walter Goldbecker ist felsenfest davon überzeugt, dass Mikro-Organismen den Dümmer reinigen und von den lästigen Blaualgen befreien könnten – auf biologische Weise und zu einem Bruchteil der Kosten, die bisher für …
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