Stellungnahme der Wettfahrtgemeinschaft zum aktuellen Status

Der Vorsitzende der WG Wilhelm Beckmann bei seiner Rede zum Dümmer Dreick

Liebe MitstreiterInnen der Aktion „Rettet den Dümmer“,

mit der Zusage aus dem Landtag des Landes Niedersachsens, in den Haushaltsplanungen des Landeshaushaltes der Jahre 2014 und 2015 jeweils 7,5 Mio € an Haushaltsmittel für die Seesanierung „durch eine Verpflichtungsermächtigung“ zur Verfügung stellen, um einen guten ökologischen Zustand des Dümmer wieder herzustellen, haben wir in der Kürze der Zeit mehr erreicht, als ich im Herbst bei der ersten Ankunft der Staatssekretäre Dr. Birkner und Ripke glauben mochte. Dafür mein Dank an alle, die für den Dümmer wortstark und energisch gestritten haben!

Bevor jetzt aber allgemeiner Jubel wegen der Mitteilungen in den Tageszeitungen ausbricht und wir uns in die Winterstarre begeben: der Teufel steckt im Detail! … und in den einzelnen Worten der Erklärung.

Ich fasse es so auf: das Land Niedersachsen will (erst) ab 2014 in die Umsetzung der Seesanierung einsteigen. Wenn vor dem Jahr 2014 keine Mittel zur Verfügung stehen, wird vorher auch kein Ankauf von Flächen möglich sein, auf denen der Schilfpolder betrieben werden kann.

Dazu: Wer kann mir versichern, dass nach den Wahlen im Januar 2013 dieser Haushaltsentwurf noch gültig ist. Stehen alle Parteien/Fraktionen zu dieser Verpflichtung? Und: ist eine Verpflichtungsermächtigung gleich bedeutend mit einer Einstellung dieser Mittel in den Haushaltsplan, bedeutet das also, dass sich das Land jetzt bindend verpflichtet hat, den angekündigten Betrag 2014/15 tatsächlich auszuzahlen, oder bestehen noch irgendwelche (welche?) Hürden?

Klar ist, der Schilfpolder muss in den kommenden Monaten den Beirat passieren! Wir haben im Beirat das Poldersystem als einzigen derzeit realisierbaren Weg gesehen und dies auch allseitig festgestellt. Es gibt aber schon die Möglichkeit, einen Großpolder zu schaffen oder aber auch mehrere kleinere. Ich zwar nachvollziehen, dass mehrere kleinere Polder möglicherweise finanziell attraktiver sind, auch könnten die Nährstoffe näher an dem Ursprungsort abgefangen werden.
Ich kann mir aber auch vorstellen, dass diese Lösung nur gewählt wird um günstiger wegzukommen, denn wenn man erst einmal mit einem kleinen Polder anfängt, wartet man (die Politik und auch die Behörden haben einen langen Atem, wie wir in den vergangenen 30 Jahren festgestellt haben), wenn dann das Meckern am Dümmer wieder anfängt, wird ein zweiter kleiner Polder gebaut, etc.. Wir würden dann wieder auf eine lange Wartezeit geschickt, es könnte ja jedes Mal schon reichen!! Ich halte schon aus diesem Grund nichts davon, klein anzufangen und schlage mit Herrn Poltz vor, die Nährstoffe möglichst dicht am Seeeingang in dem Umfang des derzeitigen Eintrags abzufangen! Der Polder muss für diese Menge ausgelegt sein.

Das soll nur ein Beispiel von etlichen Fragen sein, mit denen wir uns im Winter befassen werden. Wir müssen für uns selbst eine Richtung erarbeiten, die uns alle auch binden sollte.
Wir müssen auch einen langen Atem haben. Wer meinen Bericht zur Delegiertenversammlung gelesen hat, wird feststellen, dass auch bei günstigem Zeitplan, sich der Polder erst frühestens im Jahr 2023 vollends bewähren wird.

Bis dahin müssen wir mit etlichen Kalamitäten leben. Und bis dahin müssen wir alle den Druck aufrecht halten, damit wir klare, verbindliche Zusagen und Zeitpläne für die Maßnahmen erhalten, die wir in der Zwischenzeit unbedingt durchführen müssen, damit die Leute nicht vom Dümmer fern bleiben, damit wir eine positive Grundstimmung vom Dümmer und am Dümmer verbreiten können nach dem Motto:
„es geht voran“. Und das wollen wir alle sehen: es geht voran mit dem Dümmer!

Wilhelm Beckmann

Über Wilhelm Beckmann

Wilhelm Beckmann ist aktiver Segler und 1. Vorsitzender der Wettfahrtgemeinschaft Dümmer e.V. (WG). Die WG ist die gemeinsame Interessenvertretung alles Segelsportvereine am Dümmer See! Als Vertreter der Segler ist er Mitglied des Dümmer-Beirates!

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