Weniger Düngen hilft nicht ???

Kreisblatt-20131010Es ist immer wieder erschreckend wie die allgemeinen Erkenntnisse zu den Folgen der intensiven Landwirtschaft negiert werden.

Wenn ich dann lese das der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbandes Wittlage, Andreas Kroll aussagt „Weniger Düngen hilft nicht“ ist das dann doch erschreckend.
Auch bei der organisierten Landwirtschaft müsste sich doch rumgesprochen haben, das die Folge der Intensivierten Landwirtschaft, die Überdüngung nachweislich negative Folgen für Grundwasse aber auch direkt für den Dümmer hat?

Aber nein, diese Erkenntnisse werden negiert. Und wenn ich dann lese das es „sehr wenig (ist), was an Phosphat ausgespült wird“ und das andere Gewässer auch nicht mehr ab bekämen als der Dümmer, fragt man sich wie weit das Weggucken geht.
Wir alle haben doch die Berichte über Blaualgen im Zwischenahner Meer, im Steinhuder Meer, an der Ostsee usw. noch im Ohr.
Verwiesen Sei hier auch auf die Darstellung den Landwirtschaftskammer Niedersachsen (SelbstOrganisation der Landwirte), das 70% der Phospat-Belastungen im See aus der Landwirtschaft kommen!

Wenn ich ein Industrieunternehmen habe und meine Produktionsrückstände / Abwässer belasten die Umwelt habe ich hohe Strafen zu erwarten.
Warum ist das bei der Landwirtschaft anders, wenn Sie über Gülle und Gärrückstände zu viel Dünger einsetzt? Nicht um den Boden vorzubereiten, sondern um den „Restmüll“ aus Massentierhaltung und Biogasanlagen zu „entsorgen“!

Ein wirklich erschreckender Bericht (vor allem der Einklinker oben rechts) über eine Veranstaltung des Landvolk im Diepholzer Kreisblatt!

Interessant sind übrigens auch die klaren und eindeutigen Aussagen zur Ursachen und Sanierungskonzepten durch die Vertreter des NLWKN! Da wird – wiedereinmal – mit einigen seit langem verbreiteten und nur „ablenkenden“ Gerüchten (Gänse- & Fischexkremente, Schilfreste) aufgeräumt.

Hier auch nochmal als PDF zum Download

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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7 Kommentare
  1. Willy Eberhard sagt:

    Eigentlich auch Komisch das jemand der am Dümmer Urlaub macht so eine Initiative ergreifen muss… !…?… Der Seeblick merkt das die Gäste aus bleiben… die Bauern verkaufen ihren Spargel nicht… Da müsste man doch wach werden ?! …aber trotzdem Hut ab für den Einsatz !! ….und schade um den See…

  2. Willy Eberhard sagt:

    Schade Schade ! Grade mit dem Ultraschall gibt es eine kostengünstige „Kurzfristige“ Lösung… Warum versuchen die „armen“ Gemeinden nicht hier in Eigeninitiative den See zu beschallen ? Soweit ich weiß braucht man zur Musik Einleitung keine Genehmigung… Ich kam Pfingsten mal wieder als Touri zum See und wollte Angeln…. Mh… wir sind dann wo anders hin… eigendlich schade wenn die Leute die den See kaputt gemacht haben und auch die jenigen die Jahrzehnte vom Tourismus gut gelebt haben, nichts unternehmen und rumheulen… ! Kein Geld für die Umwelt ? Komisch ! Dann sind die riesigen Solaranlagen die man überall in der Region sieht also nur aus Profitgier aufs Dach gesetzt worden… Sorry… aber nur Heulen bringt wenig ! …ich werde dann wie viele andere auch, einfach mal woanders hin fahren… Ihr lebt am und vom Dümmer… wir Touristen wollen nur nen schönen See und Sonne… Grüße aus Wuppertal …denkt mal nach…

  3. SCED Walter Goldbecker sagt:

    Münster (SMS) „Mit dem Einsatz von Ultraschall
    gegen die Ausbreitung der Blaualgen im Hiltruper See haben wir uns an eine neue Methode gewagt, die nach den bisherigen Erkenntnissen gute Ergebnisse liefert und die Wasserqualität dauerhaft verbessert,“ fasst Lutz Hirschmann von der städtischen Umweltbehörde im Amt für Grünflächen und Umweltschutz die Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre zusammen.

    Nachdem sich die giftigen Cyanobakterien (Blaualgen) im Herbst 2011 besonders rasant im Hiltruper See ausgebreitet hatten, entschied die Umweltbehörde gemeinsam mit den Stadtwerken Münster, die den See zur Wassergewinnung nutzen, neue Wege zu gehen. Dabei machten sich die Verantwortlichen aktuelle Forschungsergebnisse zunutze: Speziell entwickelte Ultraschallmuster zerstören die Schwimmblasen der Blaualgen, so dass diese auf den Grund sinken und dort wegen des fehlenden Lichts absterben.

    Im Juni 2012 wurde mit Unterstützung des Hiltruper Segelclubs testweise ein erster Ultraschallsender an einem Steg am nördlichen Seeufer installiert. Im September kam ein zweiter Schallkopf hinzu. „Der Erfolg stellte sich schnell ein“, berichtet Lutz Hirschmann. „Der Jahreshöchstwert lag Ende August 2012 bei einer Konzentration von gerade einmal acht Mikrogramm pro Liter. Das war weit entfernt von einer Blaualgen-Massenentwicklung, bei der die Werte mindestens zehnmal so hoch sind.“ Auch 2013 brachten die Messungen gute Ergebnisse. „Obwohl der warme und trockene Sommer algenfreundliche Verhältnisse bot, verhinderten die Schallwellen eine Massenausbreitung.“

    2007 tauchten die Blaualgen im Hiltruper See erstmals in großen Mengen auf. In den folgenden Jahren breiteten sie sich immer wieder im See aus. Mit dem Wind trieben sie ans Ufer, es bildete sich weiß-blauer Schaum und vor allem an den Stegen und am westlichen Ufer entstand ein übler Geruch. Die Bekämpfung der Algen stellte die Umweltbehörde zunächst vor Probleme. Da der See in einem Wasserschutzgebiet liegt und zur Wassergewinnung genutzt wird, dürfen keine Stoffe in den See eingeleitet werden. Ein Phosphat-Fällungsmittel, das im Aasee seit 2005 erfolgreich gegen Blaualgen eingesetzt wird, schied damit von vornherein aus.

    Die Gewässersanierung mit der Ultraschall-Methode wird unter der Leitung des Ingenieurbüros Hartmut Wassmann (Hohen Neuendorf bei Berlin) in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) wissenschaftlich begleitet. Die Forschung befasst sich auch mit der Frage nach den Auswirkungen der Ultraschall-Anwendung auf Menschen, Tiere und andere Pflanzen.

    Foto: Hartmut Wassmann (l.) und Lutz Hirschmann zeigen die beiden Ultraschallköpfe, mit deren Hilfe die Blaualgen im Hiltruper See eingedämmt werden. Foto: Stadt Münster.

  4. Christian sagt:

    Na klar, das kennen wir ja schon zu genüge. Komisch ist für mich die Haltung der Öffentlichkeit, insbesondere der Medien: Die (fehlende!) Fachkenntis der Landwirtschaft in zahlreichen zentralen Umweltfragen erleben (besser: Erleiden) wir nun schon seit Jahrzehnten – trotzdem wird keine der oben angesprochenen Aussagen von Seiten der Landwirtschaft kritisch hinterfragt. Hier treffen Lobbyismus und degenerierte Medienarbeit aufeinandern – schade!

    • Willy Eberhard sagt:

      Fehlende Fachkenntnisse ? …vor 100 Jahren vielleicht… jeder junge geschulte Bauer rechnet sich aufs Mikrogramm aus was er wie einsetzen muss um den ertrag zu steigern…. Umwelt ? ..scheiß drauf… !

  5. Walter Goldbecker sagt:

    Die Behörden sagen aus, dass die Wirksamkeit eines solch großen Feuchtgebietes (Schilfpolder) wie der am Dümmer entstehen soll, weltweit erwiesen sei. Wir erwarten das der NLWKN die Nahmen und Orte nennt mit den dazu gehörigen wissenschaftlichen Nachweisen der Wirksamkeit für die gleichen Parameter, d. h. Blaualgen Phospate Nitrate. Die hat es bisher an keiner Stelle gegeben.

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