Wenn die rote Flagge weht: Badeverbot am Dümmer

Der Flaggenmast mit der Badeverbots-FlaggeSeit dem 3.September haben wir wieder ein Badeverbot am Dümmer an den Badestellen in Lembruch und in Hüde.
Grund sind massive Algenvorkommen vor den Badestellen. Natürlich können sich diese auch wieder – in Abhängigkeit von Wind und Wetter auflösen.

Ich zitiere jetzt mal von der www.duemmer.de:

Surfen, Segeln und Tretbootfahren sind auch in Lembruch trotz Badeverbot möglich!
Blaualgen können zu Hautreizungen und allergischen Reaktion führen, sofern man längere Zeit mit Algen in Kontakt war. Eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung (Übelkeit/ Erbrechen) besteht nur dann, wenn eine Person eine größere Menge (> ein Liter) blaualgenhaltiges Wasser trinkt.
Achten Sie besonders auf Kinder/ Kleinkinder. Da sie gerne am Rand der Wasseroberfläche spielen, ist die Gefahr des Wasserschluckens größer als bei Erwachsenen. Auch für Hunde sind Blaualgen giftig.“

Umd das ganze anzuzeigen ist inzwischen auch an den Badestellen ein Flaggenmast aufgestellt worden, auf dem jetzt die „rote Flagge“ weht.

Schade, schade … aber kurzfristig scheint es aktuell wohl keine erfolgversprechenden Lösungsansätze zu geben. Umso wichtiger ist die zügige Umsetzung der Planungen für den Großschilpolder und – was oft übersehen wird –  das herangehen an die Verursacherfrage.
Überdüngung mit Gülle und das unkontrollierte Ausbringen von Gärrückständen von Biogasanlagen muss eingeschränkt werden!!

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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6 Kommentare
  1. Thomas Bunte sagt:

    Bitte, bitte: Nicht wieder in alte Stereotypen verfallen (von allen Seiten).
    Egal was in der Vergangenheit war und wie das gewertet wird, kommt es jetzt darauf an das alle Gruppen die sich für den Dümmer einsetzen zusammenhalten und sich nicht gegeneinander „instrumentalisieren“ lassen.

    Wenn der See dann wieder sauber ist können wir uns ja in Ruhe über Winterbefahrensverbot, Flugverbotszonen für Wasservögel usw. streiten 😉

    Aber leider dauert es bis dahin noch lange und ich weiss nicht ob die Menschen die am und vor allem vom See leben noch so lange Zeit haben!

    • C. Kosanetzky sagt:

      Hallo Thomas,

      ich bin ja im Prinzip ganz deiner Meinung, meine aber, dass wir ein paar Dinge nicht übersehen sollten:
      Es gibt schon ein paar Menschen in der Region und auch einige Verbände, die schon seit Jahrzehnten auf die Missstände hinweisen, die uns zur Zeit soviel Kummer bereiten – und die seitens des Wassersports i.d.R. keine Unterstützung erfahren haben, sondern als „Vogelschützer“ verspottet wurden (der DBV „Deutsche Bund für Vogelschutz“ wurde vor mehr als 25 Jahre – auch aus diesem Grund – in NABU umbenannt und ist heute der größte Interessenvertreter für unsere Natur in Deutschland mit etwa 500 000 Mitgliedern (das sind ein paar mehr als in der Partei von Frau Merkel, soviel zur demokratischen Legitimation). Heute kann man das alles wunderbar im Internet nachlesen.

      Ich halte das Ausweichen auf Nebenschauplätze wie „Vogelkot“ für wenig zielführend und empfehle die einschlägigen Untersuchungen, die du ja z.g.T. hier auf der Seite gesammelt hast zu lesen. Als Agrarindustrieller würde ich mich totlachen, wenn ich läse, dass Segler und Surfer auf diese immer und immer wiederholte Masche hereinfielen und dabei die waren Verursacher außer Acht liessen – denn am Dümmer sind wir ja keineswegs in einer Ausnahmesituation – ein Blick in die Zeitung von heute beschreibt die toten Hunde am Steinhuder Meer, die blaualgenhaltiges Wasser getrunken haben!

      Für mich hat der Dümmer seine Faszination in der Kombination zwischen Natur und Wasser – ich empfinde es als Bereicherung auf dem See zu sein und gleichzeitig die Vogelwelt erleben zu können – wäre das anders, könnte ich meine Segelei ja auch auf einem Kanal oder einer Talsperre ausüben – möchte ich aber garnicht!

      Ich lege also allen nochmals an Herz: Die aktuelle Stellungnahme von Herrn Poltz zur aktuellen Situation – und für die Vogelkotgläubigen den Artikel von Marcel Holy, der vor nicht allzu langer Zeit mal eine konkrete Hochrechnung für die Nährstoffeinträge errechnet hat (und zwar aufgrund von Daten vom Dümmer und nicht von anderswo!) die man wohl knapp so zusammenfassen kann: Für das Gesamtproblem völlig bedeutungslos!

      Und noch etwas wünsche ich mir: Einen langen Atem aller Betroffenen und nicht nur ein (berechtigtes!) Meckern über die aktuelle Situation. Man hatte lange Monate im Winter, Frühjahr und bis in den Frühsommer hinein den Eindruck (gemessen an der Aktivität auf der Facebookseite), dass sich kaum noch jemand öffentlich dazu äußerte – erst mit der Verschlimmerung der Situation in den letzten Wochen wurde der öffentlich geäußerte Unmut merklich größer. Das halte ich für grund verkehrt. Wenn wir etwas erreichen wollen muss der öffentliche Druck stark und kontinuierlich bleiben, insbesondere vor der kommenden Landtagswahl.
      Er wären auch ein paar öffentlichkeitswirksame Aktionen sinnvoll, die das Thema immer wieder in die Printmedien und ins TV bringen – und da gilt es Solidarität zu zeigen und nicht persönliche Vorurteile zu instrumentalisieren.

      Wir brauchen eine „große Lösung“, von der alle gleichermaßen profitieren, Nitratausbringung, Kormoranverjagung, Luftschläuche vor den Häfen, Filter vom THW, etc. sind doch – seien wir ehrlich – mehr oder minder hilflose Versuche an den Symptomen zu doktern. Auch einige Firmen sehen hier offensichtlich eine zweifelhafte Marktlücke. Sicher ist: Prognostizierter Erfolg in biologischen Systemen in der freien Landschaft ist niemals ganz sicher, man kann aber hoffen, dass Leute mit langjähriger Erfahrung (Ripl, Poltz und Co.) die größten Chancen erfolgreich zu sein für sich verbuchen können.
      In diesem Sinne lasst uns das Fernziel im Blick behalten, kleine Lösungen werden keinen Erfolg bringen und vergeuden Zeit für uns und unseren See!

      • Thomas Bunte sagt:

        Hi Chris,

        ich glaube auch das z.B. die Frage des „Vogelkot“ nicht wirklich den Status einer ernsthaften Diskussion erreicht hat.

        Aber ich sehe auch nicht das von Seiten der Segler in der Vergangenheit eine „Mauer“ zu den Vogelschützern aufgebaut wurde. Wohl erinnere ich mich an die Diskussionen um das Winterbefahrensverbot – dessen Ursache ja eigentlich nur die Surfer waren – in denen es gelang Segler und Vogelschutz aufeinander zu hetzen. Also zwei Interessenvertretungen die eigentlich am selben Ziel arbeiten und die mit etwas gegenseitiger Toleranz überhaupt kein Problem miteinander haben dürften!
        Und hier fielen von beiden Seiten „deutliche“ Worte. So klingelt mir noch heute ein aktiver Vogelschützer von damals in den Ohren der bei der offenen Anhörung, vom Ausgleich von Natur und Mensch sprach, aber Wassersportler wären ja auch keine Menschen 😉 Und dies nicht unbedingt nach Provokationen von der anderen Seite!
        Und während dessen konnte sich die Agrarlobby und die Politik zurücklehnen und sich im Stillen darüber freuen!

        Das ist der Grund warum ich heftig darauf hinarbeite Versuche dieser Art alte „Feindschaften“ von hinten wieder „anzuheizen“.

        So finden ich auch den Hinweis, das im Winter und Frühjahr sich wenig auf dieser Seite/Facebook bewegte, etwas „unpassend“!
        Als jemand der in Bielefeld sitzt ist es schwierig Infos und Inhalte in dieser Zeit zu erhalten, ausserdem hat man ja auch noch andere Hobbys wie „Arbeit“ 😉
        Ein weiterer Aspekt ist auch die Tatsache, dass viele der Maßnahmen einfach langfristig angelegt sind, d.h. aber auch das es wenig zu berichten gibt / gab.
        Und dann ist da noch die innere Hemmschwelle, die einen manchmal zögern lässt auch im Frühjahr die kleinsten Bilder von Algenecken gleich wieder zu publizieren und das ganze wieder hoch zu Kochen, wenn die Gesamtsituation am See aber noch gut ist.

        Viele Menschen hängen am Dümmer am Tourismus, leider sind auch Sie in der Vergangenheit zu ruhig gewesen. Aber das hat sich ja in den letzten Jahren geändert (wenn auch nicht bei allen).

        Und damit sind wir wieder beim Gesamtproblem. Es funktioniert nur wenn alle an einem Strang ziehen!

        Vielleicht kannst Du ja auch mal die Vereine die im Naturschutzring organisiert sind, dazu bewegen sich auf den eigenen Seiten oder auch hier – unter Nennung der Quelle wie auch bei den „Fischerei-Vertretern“ zu dem Thema zu äußern und zu positionieren!

        Denn Rettet den Dümmer versteht sich als breites Forum und nicht als Interessenvertretung einer Gruppe.
        Und auch wenn ich segele, freue ich mich an der Vogelvielfalt und würde mir wünschen mal wieder z.B. einen Haubentaucher auf dem Wasser zu sehen (was früher gang und gäbe war – die ich aber schon lange nicht mehr gesehen habe).

        Thomas

  2. C. Kosanetzky sagt:

    Tippfehler.
    Hab`mich wohl zu sehr geärgert – es muss oben natürlich „Vogelschützer“ und nicht Vogelzüchter“ heissen 🙂

  3. Bernhard Fuest sagt:

    Welcher Politiker hat schon den Mut – und das vor einer Wahl- sich mit dem Grundübel der Dümmervergiftung, der hohen Nährstoffbelastung, auseinanderzusetzen. Er hätte dann ja die Fleisch- und damit die Gülleproduzenten zum Gegner und sogar die Vogelschützer, die sich über jeden scheißenden Vogel freuen, ob er zur Landschaft Dümmer paßt oder nicht. Diese Lobbyisten sind für unsere Kommunalpolitiker wohl eine Nummer zu groß.

    • C. Kosanetzky sagt:

      Schade, dass du mit purer Polemik auf die richtige Darstellung von Thomas reagierst. Güllebauern und Vogel bzw. Naturschützer in einem Atemzug zu nennen ist schon ziemlich dreist – und zeugt von einer gravierenden Unkenntnis: Es waren nämlich die von dir verspotteten Vogelzüchter, die schon vor 30 (!) Jahren gegen die Dümmerverschmutzung auf allen Ebenen mobil gemacht haben, Stichwort Dümmerausschuss der Naturschutzverbände, Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser Ems , Mellumrat und viele mehr. Leider wurden sie damals von vielen Wassersportler verspottet, von der Landwirtschaft ohnehin und die meisten haben sich nach Jahren der Frustration auch etwas zurückgezogen…
      Um es mal deutlich zu sagen: Hätten die vielen Tausend Seglerinnen und Segler am Dümmer in den vergangenen Jahren bei den wirklich wichtigen Themen an einem Strang gezogen und ihren Einfluss genutzt (also bei der Dümmerverschmutzung und nicht bei der Winterbefahrensregelung die vermutlich weit über 90% aller Dümmersegler nicht oder kaum betrifft, wären Schilfpolder und Co. heute vielleicht schon da…
      Schön dass du weist, welche Vogelarten zum Dümmer passen, vielleicht zeigst du sie mir bei Gelegenheit mal, aus deinen Äußerungen scheint aber doch eher unkenntnis zu sprechen

      (antwortet dir mit freundlichen Grüßen Chris, der seit mehr als 30 Jahren „Vogelschützer“ ist, seit 30 Jahren paddelt, seit 29 Jahren am Dümmer segelt, sich über die Vögel freut (die übrigens schon an unserem See lebten, als Oma noch in Pfahlbauten in Hüde 1 lebte) – und findet, dass sich Wassersport und Naturschutz nicht ausschließen sollten !

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