Wolfram van Lessen über den aktuellen Stand der Dümmersanierung

Wolfram van Lessen ist 1. Kreisrat beim Landkreis Diepholz und als „Betroffener“ natürlich in die Thematik der Dümmer-Sanierung -auch beruflich- mit eingebunden.

So hat er jetzt die aktuelle Lage hinsichtlich der Dümmer Sanierung einmal aus seiner Sicht dargestellt und verweist auch auf wichtige Informationen, wie die Veröffentlichung des 16 Punkte-Plans der Landesregierung.

 

Ich möchte Sie Sie auf den am 02.11.2011 veröffentlichten 16-Punkte-Plan der Landesregierung hinweisen: http://www.gll.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=10731&article_id=100067&_psmand=34 .
Dort finden Sie auch die PowerPoint-Präsentationen vom Dümmerforum am 13.10.2011.
 
Der 16-Punkte-Plan der Landesregierung, letztlich ein Prüfauftrag an den NLWKN zur Vorbereitung der Haushaltsunterlagen für den Landtag, untergliedert sich in zwei Bereiche, und zwar 1. Maßnahmen zur Restaurierung des Sees und 2. Maßnahmen zur Sanierung des Einzugsgebiets; dieses begrüße ich sehr.
 
 Es wird derzeit in der Öffentlichkeit, aber auch behördenintern, sehr intensiv diskutiert, ob es nicht wirksamer, nachhaltiger, wirtschaftlicher und schneller sei, auf einen Großschilfpolder zu verzichten, der nur die Symptome behandelt, und gleich die Ursachen der Nährstoffbelastung zu beseitigen. Ich habe diese Frage mehreren Experten gestellt, die sich seit Langem mit der Ökologie von Seen und speziell mit dem Dümmer befassen.
Diese meinten, dass es selbst bei sofortiger Beendigung jeglicher Phosphateinträge aus der Landwirtschaft ca. 25 Jahre dauere, bis die in Jahrzehnten, schon vor In-Kraft-Treten der jetzigen Düngeverordnung, überdüngten Böden keine Nährstoffe mehr an die Obere Hunte abgeben würden. Deshalb sei der Großschilfpolder die wesentlich schneller wirkende Maßnahme, selbst wenn für Planung, Grunderwerb, Bau und Anwachsphase fünf bis zehn Jahre vergehen könnten. Wirksame Maßnahmen im Einzugsgebiet des Dümmer, also im Landkreis Osnabrück, sind aber dennoch notwendig und könnten aber dazu beitragen, dass ein Schilfpolder kleiner ausfallen und die Investitions- und laufenden Betriebskosten sinken könnten.
 
Vorbehaltlich neuerer Erkenntnisse aus der Bearbeitung der „16 Punkte“, gehe ich daher derzeit davon aus, dass der Großschilfpolder die schnellste Maßnahme zur wirkungsvollen Dümmersanierung wäre. Sofortmaßnahmen, die bereits in der kommenden Saison wirken würden, hat leider noch keine Experte nennen können, so sehr wir uns alle diese wünschen. Die seit dem Gutachten von Prof. Ripl aus 1983 verstrichene Zeit lässt sich nicht mehr aufholen. Um so wichtiger ist es, dass wir jetzt die noch offenen Fragen so schnell wie möglich und so intensiv wie nötig ausdiskutieren, damit wir dann, wenn es im Landtag – und ggf. bei Zuwendungsgebern – um die Bewilligung zweistelliger Millionenbeträge geht, als Dümmer-Region mit einer Stimme sprechen. Ich hoffe, dass der von der Landesregierung einberufene Beirat und seine Mitglieder als Multiplikatoren hierzu einen Beitrag leisten können.

Über Thomas Bunte

Thomas Bunte ist freiberuflicher Projektleiter und Web-Entwickler, aber vor allem überzeugter "Dümmeraner". Von Geburt an verbringt er die Wochenenden und weite Teile der Ferien am Dümmer!

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